Freitag, 30. Mai 2014

Stell' dich deiner Angst!

Der Knoten hält - hoffentlich!
Ich habe Angst, besser gesagt große Angst.

Höhenangst!

Nicht besonders förderlich wenn frau gerne in die Berge geht, aber wenn frau nicht direkt runterschaut geht's, irgendwie, meistens.

Manchmal führst das zwar zu skurrilen Situationen, wie am Gipfel auf über 3000m auf Knien rumzurutschen, aber bis jetzt bin ich damit gut durchgekommen.

Jetzt geht es allerdings ans Klettern und da muss frau einfach manchmal runterschauen, es nützt nix.

Abseilen ging ja noch, schlimm aber machbar, aber über einen einfachen Holzpflock mehrere Meter über dem Abgrund zu balancieren, nur an einem schwankenden Seil festhaltend, das war zuviel.

Meinereine weigerte sich, standhaft, vor der ganzen Gruppe! Lieber ein Feigling, als sich das antun.

Allerdings, ohne den Abgrund zu passieren, kein Weiterkommen, kein Abschluss des Kletterkurses, somit keine Teilnahme am Gletscher- und Gratenkurs um Hochtouren zu gehen.

Somit hieß es im wahrsten Sinn des Wortes Augen zu und durch. Schlimm war's, man wünscht sich in diesen Momenten zurück aufs Sofa, in seine Komfortzone, was muss man den auch sinnlos am Berg rumkraxeln? Aber die Belohnung am anderen Ende des Holzpflocks war nicht nur ein gewaltiger Adrenalinstoss, sondern das unglaublich gute Gefühl wieder mal seine eigenen Grenzen ausgelotet zu haben. Ein kleiner Sieg über sich selbst.

Und somit geht es weiter mit Klettern. Mit Überwinden. Mit den kleinen Erfolgen, ohne die große Erfolge nicht möglich wären.


Samstag, 19. April 2014

Die neue Normalität

Hart erarbeitet, die Finishermedaille!
19 Wochen ist Papa’s Abschied nun her, zu früh um zur Normalität zurückzukehren, aber ein "new normal" beginnt sich abzuzeichnen, anfangs nur schemenhaft, aber mit jedem Tag fügt sich ein Mosaiksteinchen dem Bild.

Und gerade letztes Wochenende in Wien hat gezeigt, wie die neue Normalität aussehen könnte.

Es war  - nach Wien 2013  - wieder der Halbmarathon angesagt. In meiner gewohnten Laufrunde, ein tolles, aufregendes und äußerst erfreuliches Wochenende in Wien. 

Und auch wie voriges Jahr gab es eine Finishermedaille für alle von uns.

Und das trotz zu wenig Training, trotz knapper Kraft, „dank“ 8kg Gewichtsverlust seit Dezember, trotz all dem Stress, Trauer und der vieler Arbeit der letzten Wochen. 

Ich freu mich! 

Und da war auch das erste Treffen von uns 3 Geschwistern in Wien. 

Plötzlich habe ich  2 „große“ Brüder. Seit der Verlassenschaft habe ich endlich Kontakt zu meinem Halbbruder, plötzlich ist da noch einer, jemand der mir physisch und psychisch sehr ähnelt und trotzdem oft noch ein Fremder ist.

Und wir nutzen diese einmalige, unglaubliche Chance. Lernen uns kennen, arbeiten Familiengeschichte auf und schaffen die Basis für eine neue Familiengeschichte.


Was für ein Gewinn, nach diesem großen Verlust!

Mittwoch, 12. Februar 2014

Krise = Problem und Chance

Image courtesy of tiverylucky / FreeDigitalPhotos.net
Derzeit lese ich wieder sehr viel, auch gerne meine Ratgeber, die zig Entrümpelungszyklen überlebt haben. 

Eines dieser Bücher ist  „Dem Leben Richtung geben“ hat schon gut 10 Jahre auf dem Buckel, ist aber trotzdem eines der besten die ich bisher gelesen habe.

Natürlich wird hier auch das Thema „Krise“ angesprochen.

Angeblich gibt es im Chinesischen kein Wort für Krise, sondern es setzt sich auch 2 Wörtern nämlich Problem und Chance zusammen.

Und habe ich am Anfang dieser Krise mehr das „Problem“ im Focus gesehen, so eröffnet sich mir nun auch langsam aber sicher, die „Chance“.

Man kann aus Krisen gestärkt hervorgehen, wenn man aktiv an einer konstruktiven persönlichen Antwort auf diese neue Lebenssituation sucht. Es gilt die Chance Neues zu entdecken, sich weiterzuentwickeln, mündig zu werden und Verantwortung für die veränderte Lebenssituation zu finden.

Auch mir haben die letzten Wochen in vielerlei Hinsicht Klarheit gebracht: Was erwarte ich mir (noch) im Leben? Wo und wie möchte ich Leben? Mit welchen Menschen möchte ich mich umgeben? Wie möchte ich meinen Alltag gestalten? Wie möchte ich im Alter leben? Usw….

Fragen, die ich mir so bewusst noch nie gestellt habe. Mit denen ich mich teilweise gar nicht auseinander setzen wollte.

In mir kristallisiert sich ein Bild für meine „neue Normalität“ heraus, wie ich mit den neuen Heraus- und Anforderungen umgehen werde. Was ich mit meinem Erbe machen möchte. Aber auch ganz stark was ich NICHT möchte.

2014 wird ein Jahr der Trauer, des Aufräumens sowohl materiell als auch immateriell, des Loslassens und des Neufindens.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Das endgültige Ende der Kindheit

Für immer leer: Unser Treffpunkt am Wintertrainingsberg 

Der Tod der Eltern ist das endgültige Ende der Kindheit.

Man rückt eine Generation nach vorne, steht plötzlich in der ersten Reihe. Die Endlichkeit des eigenen Lebens wird greifbar.

Man merkt, ich lese derzeit viel Trauerliteratur, es hilft in dieser schwierigen Phase die eigenen Gedanken und Gefühle besser zu akzeptieren. Letztendlich kommt für die meisten von uns der Tag, wo wir uns von den Eltern für immer verabschieden müssen. Das war mir immer bewusst. Aber niemals nie hätte ich gerechnet, dass es so schlimm ist. Die Gefühle so übermächtig sind. Der Verlust so groß.

Ich betreibe aktive Trauerarbeit, anstrengend, unbequem und unendlich traurig, aber unheimlich wichtig.

5 Wochen ohne ihn, die wohl intensivsten 5 Wochen meines Lebens. Trauer, Wut, Schmerz,  Selbstmitleid, unglaublich starke Gefühle und Eindrücke haben diese Tage begleitet.

Aber auch viele Menschen sind uns in diesen Tagen beigestanden, haben unterstützt, zugehört und Trost gespendet. Überraschend auch Leute, von denen ich es vorher nicht erwartet hätte, enttäuschend von einigen wenigen, von denen ich es eigentlich erwartet hätte.

Eine Neupositionierung in der Familie und im Freundeskreis wird notwendig sein, nicht nur weil einer fehlt, sondern auch weil wir alle uns durch diesen Schicksalsschlag verändern bzw. bereits verändert haben.

Aber ich bin zutiefst überzeugt, alles wird wieder gut, aber niemals so wie vorher!


Samstag, 28. Dezember 2013

Mitmenschen nehmt uns Trauernde an

Stellkopf Ende September - unsere letzte gemeinsame große Tour!
Er ist einfach nicht mehr aufgewacht.

Völlig überraschend für ihn und für uns.

Für ihn ein Traum, für uns ein Alptraum.

Einzuschlafen mit Plänen und Todo's für den nächsten Morgen, einzuschlafen nach unserer Standard-Winterbergtour am Wollanig, einzuschlafen nach einem völlig normalen Abend - und dann gibt es kein Morgen mehr.

Er hat nichts gespürt, nicht mal mehr die Augen aufgemacht.

Wie unglaublich schön für ihn, was für ein Schock für uns.

Er hat uns verlassen.

Ciao Papa!